Osteopathie

Osteopathie ist streng genommen jedoch keine Alternativ- sondern eine Komplementärmedizin. Sie lindert zwar gelegentlich durch Ursachenbehandlung organische oder physiologisch-neurologische Folgesymptome, ersetzt aber nicht direkt ein wissenschaftsbasiertes medizinisches Verfahren. Sie „komplementiert“ hingegen die Medizin, d. h. sie stellt Diagnose- und Behandlungsansätze dar, die in der Lehrmedizin nicht ausgefüllt sind. In Europa werden darunter unterschiedliche befunderhebende und therapeutische Verfahren verstanden, die manuell, also mit den bloßen Händen des Behandlers ausgeführt werden. Die Bezeichnungen „Manuelle Medizin“, „Manualtherapie“, „Chirotherapie“ und „Chiropraktik“ werden teils synonym gebraucht. Wirkungsnachweise gibt es nur für wenige der Indikationen, die der Osteopathie zugeschrieben werden. Im angloamerikanischen Sprachraum, speziell in den USA, steht der Begriff osteopathy für ein Diagnose- und Therapiekonzept, das auf den US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still zurückgeht. Still prägte 1885 auch den Begriff osteopathy. Stills Konzept beruht zumindest teilweise auf Annahmen, die im Widerspruch zu modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen stehen. Die in den USA existierende Ausbildung zum „Osteopathischen Arzt“ (D. O., Doctor of Osteopathic Medicine) orientiert sich allerdings an der wissenschaftlichen Medizin.

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